Viele Littles haben große Vertrauensprobleme, welche sich zum Beispiel durch starke Anhänglichkeit zeigen. Vertrauen ist die Basis einer jeden Beziehung, aber gerade im CGL/DDLG oder BDSM Gebiet ist es unersetzlich und ausschlaggebend für die Zukunft der Beziehung. Ohne das Vertrauen wird man sich immer unwohl und unsicher fühlen.

Mögliche Vertrauensprobleme von Littles sollten in jedem Fall ernst genommen und auf keinen Fall verdrängt oder runtergespielt werden. Mit solchen Littles umzugehen ist nicht schwierig, wenn man darauf achtet immer wieder zu zeigen, dass man das beste für Little möchte.

Um die Leserlichkeit zu erhöhen, verzichte ich auf männliche Subs und weibliche Doms einzugehen, aber ich meine immer jegliche Geschlechterkonstellation von Littles und Caregivers.

Was sind Vertrauensprobleme

Ein Vertrauensproblem ist ein Problem, in der die betroffene Person anderen Personen nicht 100 % vertrauen kann, beinahe egal was diese andere Person macht, um zu zeigen, dass sie Absichten hat.

In solchen Fällen malt sich die betroffene Person oft aus, was wäre, wenn die andere Person sie hintergehen würde. Sei es zwischenmenschlich, bei der Monogamie oder sogar physisch während einer Session beim Bondage.

Die betroffene Person ist sehr achtsam und beobachtet andere Personen generell oder eine bestimmte Person ganz genau und windet sich dauerhaft in der Unsicherheit nicht vertrauen zu können. Überall Risiken und Gefahren zu sehen, Angst haben enttäuscht zu werden sind oftmals Grund für die Unfähigkeit sich zu entspannen und die Zeit mit der Person zu genießen.

Woher stammen Vertrauensprobleme?

Die wohl erste Frage, die sich dir stellen könnte. Natürlich gibt es nicht die eine Ursache, durch die Vertrauensprobleme entstehen, aber es gibt schon eine Ursache, die die meisten Probleme dieser Art verursacht.

Wenn eine Person, der das Little sehr stark vertraut hat sie hintergangen hat, dann kann sie das für immer verfolgen. Jeder Mensch, gerade jedoch Littles, öffnen mit ihrem Vertrauen ihr Herz einer Person ein Stück weit. Je mehr Vertrauen der Person entgegengebracht wird, desto weiter öffnet sich Little.

Sobald die Person das Vertrauen missbraucht, kann das ganz schön intensive Folgen haben. Die meisten Menschen vertrauen ohnehin schon nicht vielen Menschen, wenn dann aber auch noch die eine Person, der sie am meisten vertraut, das Vertrauen missbraucht, dann entstehen genau diese Vertrauensprobleme.

Es ist dabei zu beachten, dass es Menschen gibt, die generell ein Grundvertrauen oder auch „Vertrauensvorschuss“ nicht geben können. Es gibt aber auch Menschen, die in einer Beziehung nicht so einfach Vertrauen können. In beiden Fällen ist es ratsam das Problem nicht einfach zu ignorieren.

Wie geht man mit Vertrauensproblemen bei Little um?

Am allerwichtigsten ist es zuerst einmal Little keinen Grund zu geben am Vertrauen zu zweifeln. Im besten Fall solltest du zeigen, dass du nur das beste für sie möchtest. Dabei kannst du super kreativ werden mit kleinen Geschenken (materielle Geschenke wirken nicht gut) und Aufmerksamkeiten. Ich habe dir einige Dinge aufgeschrieben, die du ausprobieren kannst, wenn du keine Ideen hast:

Etwas bei Little lassen, was dir wichtig ist

Viele Littles mit Vertrauensproblemen haben große Angst verlassen zu werden. Wenn du sowieso nicht vorhast etwas Langfristiges mit ihr zu machen, dann solltest du das lieber direkt beichten. Mache ihr keine unnötigen, falschen Hoffnungen.

Falls du es wirklich ernst meinst, dann kannst du ihre Angst lindern, indem du einen dir wichtigen Gegenstand bei Little lässt. Das kann Beispielsweise dein Lieblingspullover sein, aber auch etwas noch einzig artigeres, wie zum Beispiel eine besondere Uhr (Familienerbstück, besondere Erinnerungen verknüpft mit der Uhr).

Eigentlich kann es alles sein, was dir viel bedeutet. Denn wenn sie sieht, dass du so etwas Wichtiges da lassen kannst, dann wird die Angst verlassen zu werden kleiner. Denn du würdest definitiv wieder kommen, du würdest Little nicht einfach verlassen, da du noch wichtige Sachen dort hast.

Außerdem zeigt es auch, dass du Little vertraust. Vertrauen basiert schließlich auch darauf, dass die andere Person einem auch vertraut. Auch wenn es für dich vielleicht nicht wie eine große Sicherheit wirkt, für Littles kann das schon ein ganz großes Stück mehr Sicherheit bedeuten.

Dabei kannst du die Situation ungefähr so gestalten:
Du lässt den Gegenstand liegen und gehst zur Tür. Wenn Little dich daran erinnert, dass du den Gegenstand vergessen hast, dann sagst du: „Ach, ich glaube den kann ich bei dir lassen, du passt doch sicherlich gut darauf auf für mich, oder?“. Wenn Little dich nicht daran erinnert, dann sagst du kurz, bevor du die Tür aufmachst: „Ich glaube ich habe <hier-Gegenstand-einfügen> in deinem Zimmer liegen gelassen. Passt du für mich darauf auf, bis ich das nächste Mal wieder komme?“

Schreibe ihr oft wo du bist und was du machst

Auch wenn es dir vielleicht eher nervig vorkommen mag, Littles mit Vertrauensproblemen sind sehr oft besorgt, was ihr/sein Caregiver gerade macht. Dabei ist es keine direkte Unterstellung, dass er sie hintergeht, es sind eher einfach blöde Gedanken, die Little nicht loswird.

Dem kannst du ganz einfach entgegenwirken, indem du ihr mehr von deinem Leben zeigst. Schreib ihr oft, was du machst oder wo du dich gerade aufhältst. Wenn du zum Beispiel mal mit Freunden draußen bist, schreib ihr eine kurze Nachrichten.

Dadurch kann Little dir einfacher Vertrauen. Denn wenn du ihr immer sagst, wo du bist, wird sie zwar wahrscheinlich nie nachsehen, ob das stimmt, aber es gibt ihr zumindest die Möglichkeit. Das macht es definitiv einfacher für sie. Wie gesagt, gib ihr keine unnötigen Gründe dir zu misstrauen.

Sprich ihre Vertrauensprobleme gezielt an

Wenn Little das Thema noch nie in einem Gespräch aufgebracht hat, dann kannst du es vorsichtig versuchen. Manchmal kann so ein Gespräch schon viel bewirken, aber sei nicht enttäuscht, wenn es nichts bringt. Denn nur darüber zu reden ist oftmals nicht genug.

Wenn du das Thema ansprichst, dann solltest du es immer so formulieren, dass sie ablehnen kann. Pass auf, dass es sich nicht zu fordernd anhört, denn dieses Gespräch sollte lieber auf Mensch zu Mensch Ebene und nicht auf Dom zu Sub Ebene ablaufen.

Frag sie einfach, ob es etwas gibt, was du tun kannst, um es ihr einfacher zu machen sich dir zu öffnen. Ob du etwas tun kannst, um ihr zu beweisen, dass du es wirklich gut meinst.

Nicht sauer werden

Werde nicht sauer. Akzeptiere es erst einmal, dass dein Little Vertrauensprobleme hat. Es ist nichts Persönliches gegen dich, sondern das Problem geht von ihrer Seite aus.

Kommuniziere auch, dass du nicht sauer auf sie bist. Sie kann ja schließlich nichts dafür, dass sie nicht so einfach Vertrauen kann.

Zusammenfassung

Du solltest insgesamt darauf achten deinem Little nicht zu wenig Freiraum zu lassen. Je mehr du ihr entgegenkommst (zum Beispiel, in dem du ihr sagst, wo du dich aufhältst oder was du machst), desto einfacher wird es für sie, dir zu vertrauen.

Zeig ihr, dass du sie liebst und dass sie bei dir gut aufgehoben ist. Das geht nur, wenn du ihr kontinuierlich und stetig jedes Mal aufs Neue beweist, dass du nur das Beste für sie willst. Schließlich ist es eine verantwortungsvolle Aufgabe Caregiver zu sein oder überhaupt Dom zu sein.



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